Königrufen wird zu viert gespielt. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Tarockkarten und Farbkarten. Die Tarockkarten sind die mit römischen Zahlen Beschrifteten von 1 bis 21 plus die höchste Karte im Spiel, der Sküs ("Gschtiss").

Die Tarockkarten stechen immer die Farbkarten. Die Farbkarten bestehen aus jeweils acht Karo, Pik, Kreuz und Herz.
Karten geben
Jeder der Spieler
erhält 12 Karten, die gegen den Uhrzeigersinn in 2 Runden ausgegeben
werden. Zuerst erhält man je 6 Karten, zweimal drei Karten werden in den
Talon gelegt, dann bekommt man die nächsten 6 Karten.
Es existieren folgende Spiele:
| normale Positivspiele | normale Negativspiele | Vorhandspiele |
| Solorufer (2) | Piccolo (2) | Königrufer (1) |
| Besserrufer (mind.3) | Bettler (3) | Sechser (4) |
| Farbendreier (4) | Piccolo ouvert (5) | Trischakken, Fahren (1) |
| Dreier (4) | Bettler ouvert (6) | |
| Farbendreier (8) | ||
| Solodreier (8) |
Positivspiele: Der Spieler muß möglichst viele Punkte machen. Es herrscht Farbzwang, aber kein Stichzwang.
Negativspiele: Der Spieler muß entweder einen (Piccolo) oder gar keinen Stich (Bettler) machen. Es herrscht Farbzwang und Stichzwang.
Zählweise:
Nach Beendigung eines Positivspieles oder nach dem Trischakken müssen die
Stiche jedes einzelnen Spieler gezählt werden. Von drei
zusammengezählten Karten werden jeweils 2 Punkte abgezogen. Es sollte
darauf geachtet werden, daß die letzten zwei zu zählenden Karten
jeweils nur einen Punkt zählen, da die Anzahl der gestochenen Karten nicht
durch drei teilbar sein könnte. Daraus kann sich dann ein Gesamtwert der
Stich von zB: 26 und ein Blatt (= ein übriger Einserzähler) oder 48
und 2 Blatt (= zwei übrige Einserzähler) ergeben.
Falls am Ende dennoch Punktezähler übrigbleiben, wird nach folgender
Vorgangsweise gezählt: Die Punkte werden normal addiert und danach wird
die Anzahl an Karten von den gezählten Punkten abgezogen. Beispiel: Dame +
Reiter = 5 Punkte 2Blatt, weil 7 (Dame+Reiter) - 2 (2 Karten) = 5


Beim Trischakken, das einzige Spiel, bei dem jeder gegen jeden spielt, erhalten die beiden mit den am wenigsten zählenden Stichen jeweils einen Punkt, die anderen beiden -1 Punkt. Hat jemand am Ende des Trischakkens keinen Stich, zahlt jeder andere einen Punkt, der Gewinner bekommt 3 Punkte. Umgekehrt wenn die Stiche eines Spieler mehr als 35 Punkte zählen. Nach einer runde Trischakken werden die nächsten vier Runden doppelt gezählt.
Positivspiele
Die folgenden beschriebenen
Spiele darf jeder Spieler ansagen. Das angesagte Spiel mit der höchsten
Wertigkeit wird gespielt.
Solorufer (2): Der Spieler ruft einen König wie beim
Königrufen und muß mit seinem Mitspieler mehr als die Hälfte
Punkte stechen. Zum Unterschied vom Königrufer bleibt der Talon
unberührt ("Solo").

Besserrufer (mind. 3): Der Spieler ruft einen König und muß einen Vogel ansagen (Pagat, Uhu, Kakadu, Wildsau). Mit dem Vogel muß nun der Spieler den dazugehörigen Stich machen (zB: den Letzten mit dem Pagat, den vorletzten Stich mit dem Uhu usw.).


Farbendreier (4): Der Spieler spielt alleine gegen der Rest, er bekommt die Hälfte des Talons zum Austauschen und muß 35+1 Blatt stechen. Es muß so lange Farbe gespielt werden, bis man keine Farbkarte mehr hat. Kann man die Farbe nicht zugeben, muß Tarock gespielt werden. Tarock zählt als fünfte Farbe und sticht keine Farbe. Der Spieler muß beim Auspielen mindestens 6 Farben im Blatt haben.
Dreier (4): Der Spieler spielt alleine gegen den Rest, er bekommt die Hälfte des Talons zum Austauschen und er muß 35+1 Blatt einstechen.
Farbensolo (8): Der Spieler spielt alleine gegen den Rest (wie beim Farbendreier), der Talon bleibt aber unberührt.
Solodreier (8): Der Spieler spielt alleine gegen den Rest (wie beim Dreier), der Talon bleibt aber unberührt.
Negativspiele
Die folgenden Negativspiele werden immer alleine gespielt, der Talon bleibt
verschlossen und der Spieler spielt die erste Karte aus (zum Unterschied von
Positivspielen, bei denen immer die Vorhand als erste ausspielt). Der Pagat
muß in allen negativen Spielen als letzte Karter gespielt werden.
Piccolo (2): Der Spieler muß genau einen Stich machen. Macht er keinen oder mehr als einen Stich, hat er verloren.
Bettler (3): Der Spieler darf keinen Stich machen.
Piccolo ouvert (5): Wie Piccolo, wobei alle Karten nach dem ersten Stich offen auf den Tisch gelegt werden. Die Spieler können sich beraten.
Bettler ouvert (6): Der Spieler darf keinen Stich machen, alle Karten werden nach dem ersten Stich offen auf den Tisch aufgelegt. Die Spieler dürfen sich beraten.
Zusatzansagen
Diese Zusatzansagen können von allen Spieler vor Beginn eines
Positivspieles angesagt werden:
Trull (1 unangesagt, 2 angesagt): Der Spieler gibt vor am Ende alle drei Trullstücke (Pagat, Mond, Sküs) in seinen Stich zu sammeln.

Königstrull (1 unangesagt, 2 angesagt): Der Spieler gibt vor, alle vier Könige in seinen Stich zu sammeln.

König Ultimo (1 unangesagt, 2 angesagt): Diese Aussage kann bei einem Positivspiel mit gerufenem König durch denjenigen erfolgen, der diesen König besitzt. Dieser König muß sich dann im letzten Stich befinden, der von einem dieser beiden Spieler gemacht werden muß.
Vögel (1 unangesagt /2 angesagt , 2/4, 3/6, 4/8): Vögel können von jedem Spieler vor Beginn eines Positivspieles angesagt werden, mit denen man im jeweils letzten, vorletzten Stich den Stich machen muß.
Spritzen: Ein angesagtes Spiel oder eine Zusatzansage kann von jedem anderen Spieler gespritzt werden. Bei Positivspielen zählt dann das gespritzte Spiel für alle doppelt. Bei einem Negativspiel gilt die Verdoppelung nur für den Spieler, der gespritzt hat.
Valat: Der Spieler muß alle Stiche machen. Tritt der Valat unangesagt ein, zählt er 24 Punkte, wird der Valat angesagt, zählt er 48 Punkte. Alle Ansagen (heimlich oder still) entfallen und werden nicht gewertet.
Vorhandspiele
Der Spieler nach dem Geber heißt Vorhand. Wenn kein Spieler ein Spiel
ansagt, kann die Vorhand eines der drei Vorhandspiele spielen:
Königrufer:
am Ende des Spieles müssen die Stiche plus eines Mitspielers mindestens
35+1 Blatt Punkte betragen. Das ist mehr als die Hälfte des Gesamtwertes
der Karten (70 Punkte).
Der Spieler ruft einen der vier Könige. Derjenige, der diesen König
in den Karten hat, spielt mit dem Spieler. Danach bekommt der Spieler die
Hälfte des Talons (3 Karten) zum Auswechseln.
Sechser: Der Vorhandspieler spielt allein gegen die restlichen drei Spieler. Er bekommt zum Unterschied vom Dreier alle sechs Talonkarten zum Austauschen. Der Talon muß aufgedeckt werden. Wenn er den Sechser gewinnt, zählt er 4 Punkte, verliert er ihn, zählt er -8 Punkte.
Trischakken: Jeder spielt gegen jeden, das Ziel besteht darin, möglichst wenig Stiche zu machen (Negativspiel). Der Pagat muß als letzte Tarockkarte gespielt werden. Hat ein Spieler mehr als die Hälfte Punkte in den Stichen, zahlt er alleine, hat die Vorhand mehr als die Hälfte, zahlt sie doppelt. Hat ein Spiler keinen Stich, so ist er Jungfrau und erhält als einziger den Gewinn.
Kaiserstich
Fallen alle 3 Trullstücke in einem Stich zusammen, so sticht der Pagat
unabhängig von der Reihenfolge in der sie gespielt wurden. Bei negativen
Spielen muß der Pagat genommen werden, sollte er damit einen Stich machen
(wenn Sküs und Mond bereits gespielt sind).