Der alte Kreimlhuber und die G´schwindigkeit 

Am 12. September 1994 wurde der Körper des Johann Kreimlhuber mit exakt 158 Km/h über die Westautobahn bewegt. Dazu befand er sich in dem VW Passat des Nachbarn, welcher diesen auch lenkte. Diese Geschwindigkeit wurde von einem namentlich nicht bekannten Exekutivorgan unter Zuhilfenahme einer Radarpistole gemessen.

Niemals zuvor, und auch nicht mehr seitdem hat sich der Körper des alten Seebauern mit einer derartig hohen Geschwindigkeit bewegt.

Der Geist des Johann Kreimlhuber ist jedoch zu viel höheren Geschwindigkeiten fähig.

Doch nur sein Geist, denn wie Albert Einstein behauptet auch er:

Es gibt für Materie keine höhere Geschwindigkeit als die Lichtgeschwindigkeit.

Diese Theorie beweist er des Öfteren in Worten: Am liebsten im Wirtshaus.

“Wenn ich im Garstritzer Postamt einen Brief an mich abschicke und wieder nach Hause fahre, dann bin ich vor dem Brief zuhause. Ich habe mich also mit Überpostgeschwindigkeit von Garstritz nach Hause bewegt. Das ist im allgemeinen kein Problem, da die Post ja nicht unbedingt für hohe Geschwindigkeiten bekannt ist. Ganz im Gegenteil. Umsonst hat das Posthorn ja nicht die Form einer Schnecke.

Dieser Vergleich hinkt natürlich, da das Licht kein Brief oder Packerl ist, und sich nicht postalisch ausbreitet, sondern wellenförmig. Es ist also nicht von Briefträgern abhängig und wird demnach nicht durch Jausen- und andere Pausen gebremst. Licht breitet sich wellenförmig aus, wie wenn ich einen Stein in den See schmeiße. Sitze ich in meinem Ruderboot, dann kann ich, wenn ich mich beim Rudern ordentlich plage – mich also kräftig in die Riemen hänge- die Bugwelle des Bootes überholen. Dann fahre ich mit Überwasserwellengeschwindigkeit.

Wäre ich gar ein Pilot in einem Kampfflugzeug, dann könnte ich sogar meinen Schallwellen davonfliegen. Vorausgesetzt der Flieger ist nicht eine Saab 105OE von unserem Bundesheer. Damit fliegt nämlich niemand den Schallwellen davon, damit muß man sich sogar von einem Linienflieger überholen lassen.

Aber bei einem Überschallflieger da könnte man sich theoretisch nach der Landung selber ankommen und landen hören.

Wäre es mir gar möglich mit Überlichtgeschwindigkeit zu fliegen, dann würde ich meinen Lichtwellen davonsausen, und könnte mich wenn ich bereits am Ziel bin, selbst ankommen sehen. Würde ich ein Jahr mit doppelter Überlichtgeschwindigkeit von der Erde wegsausen, dann plötzlich stehenbleiben und zurückblicken, dann wäre es mir sogar möglich zu beobachten, was im letzten Jahr auf der Erde so passiert ist. Und zwar so lange, bis ich mich dann selber ankommen sehe und mich mit meinem Licht vereinige.

Da ich aber nicht schon irgendwo sein kann, wo ich erst ankomme, also schon vor mir dort sein kann, ist Überlichtgeschwindigkeit für mich nicht möglich.

Und selbst wenn es möglich wäre, und ich meinem Licht davonpreschen könnte, könnte ich mir dort, wo ich dann bin, nicht einmal ein Bier bestellen, und ein Paarl Würstel, da mein Licht noch nicht da ist und mich darum noch niemand sieht - oder vielleicht doch?”

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