22. Spaltöffnungen der Grünlilie (Chlorophytum comosum)
Übungsvorbereitung
Lege zur Herstellung eines Flächenschnittes der Unterseite das Blatt über den Zeigefinger (Blattunterseite muss oben sein) und halte beide Enden mit Mittelfinger und Daumen fest; jetzt schneide parallel zur Blattfläche. Das abgelöste Epidermisstück wird mit der Schnittfläche nach unten auf einen Objektträger mit einem Tropfen Wasser übertragen und mit einem Deckglas bedeckt. Möglicherweise genügt es, einen kleinen Schnitt in die Unterseite des Blattes zu machen und das Gewebe mit einer Pinzette vom Blatt abzuziehen.
Fertige einen Schnitt durch den Stängel eines Ausläufers an, um den Querschnitt durch eine Spaltöffnung zu untersuchen. Gib das Präparat in einen Tropfen Wasser auf den Objektträger und bedecke mit dem Deckglas.Zeichnungen
Zeichne bei geringer Vergrößerung das typische Zellmuster der unteren Epidermis mit den Spaltöffnungen
Zeichne 1 Spaltöffnung mit angrenzenden Epidermiszellen bei starker Vergrößerung, beachte die Chloroplasten in den Schließzellen
Suche im Stängelquerschnitt des Ausläufers nach einer zentral durchgeschnittenen Spaltöffnung, und zeichne sie bei starker Vergrößerung im Verband mit der Epidermis und dem Rindengewebe
Mikroskopische Aufnahmen (für Erklärungen und Vergrößerungen bitte Bilder anklicken)
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| Epidermis der Blattunterseite mit Spaltöffnungen | Epidermis mit Spaltöffnungen |
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| Epidermis und Spaltöffnung im Querschnitt (Ausläufer) | Spaltöffnung im Querschnitt |
Die chloroplastenfreie Epidermis bildet ein dicht geschlossenes und für Gase undurchlässiges Gewebe aus annähernd gleich gestalteten Zellen. Zahlreiche Spaltöffnungen ermöglichen den notwendigen Gasaustausch zwischen Blattinnenraum und Umgebung. Sie sind aus zwei bohnenförmig gekrümmten Schließzellen, die Blattgrünkörper enthalten, zusammengesetzt. Je nach Wasserangebot kann der Zentralspalt zwischen den beiden Zellen geöffnet oder geschlossen werden. Die Wände der Schließzellen sind ungleichmäßig verdickt. Mit großer Wahrscheinlichkeit werden im Präparat der Blattunterseite Zellen mit größeren Einzelkristallen sowie Bündel von dünnen, nadelförmigen Kristallen (sogenannte Raphidenbündel) zu beobachten sein.
Im Querschnitt des
Ausläufers erkennen wir beide Schließzellen mit Chloroplasten, ihre ungleich
verdickten Zellwände sowie die unmittelbar an die Spaltöffnung anschließende
Atemhöhle, die mit den Interzellularräumen in Verbindung steht. Beachte, dass
im Ausläuferquerschnitt kein Mesophyll vorhanden ist!
©
2006 Karl Kaiser