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Polarlichtbeobachtungen

in Österreich

Aurora observations in Austria

(k.kaiser@mail.asn-linz.ac.at)

Polarlicht vom 6. November 2001
Polarlicht vom 22. Oktober 2001
Polarlicht vom 11./12. Oktober 2001
Polarlicht vom 31. März / 1. April 2001
Polarlicht vom 6. November 2000

Bericht über das Polarlicht vom 6. / 7. April 2000

aurora224-5mi.JPG (20430 Byte)

Schlägl, 6. April 2000, etwa 2215 bis 2230 MESZ: Kräftiges Nordlicht überm Böhmerwald (weitere Bilder)

Foto: © Karl Kaiser; f = 35 mm; 1:2,8; Agfa CT precisa100.

 

Nordlichter gehörten zu den beeindruckendsten und zugleich erschreckendsten Erscheinungen am Himmel, galten sie doch immer als Zeichen für bevorstehende Kriege (die Hauptfarbe der Polarlichter in südlicheren Breiten ist rot!) und Naturkatastrophen. Beschreibungen der Nordlichter finden sich schon in über 2000 Jahre alten Schriften. Der englische Astronom Edmond Halley vermutete zu Beginn des 18. Jahrhunderts, dass es einen Zusammenhang zwischen Polarlicht und Erdmagnetfeld gibt. Kristian Birkeland (Norwegen) erkannte aus Versuchen, dass das Polarlicht durch Elektronen ausgelöst wird, die von außen auf die Erdatmosphäre stoßen. Raumsonden konnten schließlich in den sechziger Jahren den Sonnenwind nachweisen, und somit war die Herkunft der das Polarlicht erzeugenden Teilchen bekannt. (Genaueres darüber in: Schlegel, Chr.(1995): Vom Regenbogen zum Polarlicht, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg-Berlin-Oxford; Schröder, W. (1996): Sunspot Cycles And Auroral Activity, Bremen-Roennebeck, ISSN: 0179-5658).

Polarlichter hängen eng mit dem 11-jährigen Sonnenzyklus zusammen. Das Maximum der Aktivität wird in den nächsten Monaten erwartet und somit auch eine Zunahme der Häufigkeit, Nordlichter selbst von unseren mitteleuropäischen Breiten aus beobachten zu können. Mit enormer Geschwindigkeit verlassen elektrisch geladene Teilchen als Sonnenwind unser Zentralgestirn (bis 2000 km/s). Am 6. April 2000 erreichte nun eine interplanetare Sonnenwindstoßwelle den NASA-Satelliten ACE zwischen Sonne und Erde (stationiert am Librationspunkt L1 in 1,5 Millionen km Entfernung). Die Teilchengeschwindigkeit des Sonnenwindes stieg von 375 auf fast 600 km/s an. (Information von der NASA, http://www.spaceweather.com). Kurz darauf erreichte eine erste Polarlichtvorwarnung die Abonnenten der Mails von "Space Weather". Etwa eine Stunde später traf die Störung die Erde und löste den in diesem Sonnenzyklus bisher größten geomagnetischen Sturm aus. Polarlichter waren in weiten Teilen Europas (auch Asiens und Nordamerikas) zu sehen.

Am 6. April abends konnte ich das großartige Polarlicht vom Mühlviertel aus beobachten. Eigentlich hielt ich Ausschau nach der Planetenkonstellation mit Jupiter, Saturn und Mars und der ganz schmalen Mondsichel. Leider wurde diese Beobachtung noch durch ein abziehendes Wolkensystem gestört. Am Ende meiner fotografischen Tätigkeit in Lichtenberg (Gemeinde Ulrichsberg), ich wollte eben wieder nach Hause fahren, bemerkte ich um 2125 MESZ am NW-Horizont ein schwaches rötliches Leuchten - mein zweites Polarlicht nach Herbst 1989. Von einem besser geeigneten Standort aus verfolgte ich in Schlägl die Aurora von 2200 bis 0100 MESZ des folgenden Tages.

Meist zeigten sich in diesen Stunden ausgedehnte rote Flächen, rote Strahlen, die gelegentlich in hellere, leicht weißliche Töne wechselten. Bemerkenswert war das grünliche Leuchten am Nordhorizont, das etwa bis 15° Höhe reichte und die ganze Zeit über zu beobachten war. Das Maximum des Lichtes erlebte ich um 2300 MESZ, als zahlreiche helle Strahlen überm Böhmerwald recht ruhig standen.

Um 0100 MESZ leuchtete der Nordhorizont noch immer deutlich grünlich, so als ob die Dämmerung anbrechen würde. Besonders gut hoben sich zu diesem Zeitpunkt kleine dunkle Wolken vom hellen Hintergrund ab. Jetzt verlosch das vorläufig letzte schwache rötliche Leuchten am NE-Horizont. Die gewaltige Steigerung der Polarlichtaktivität nach 0100 bis etwa 0300 MESZ verschlief ich. Bekannte berichteten, dass die Lichterscheinung bis zum Zenit gereicht hatte.

Die Auroraerscheinungen zeigten folgende Ausdehungen: Höhe fast bis zum Polarstern, horizontal reichten sie von etwa 290° im W über N bis etwa 50° im E. Das diffuse Licht am Horizont erstreckte sich 30° nach links und 30° nach rechts, vom Nordpunkt aus betrachtet (Höhe etwa bis 15°). Die stärkste Aktivität zeigte sich während der Beobachtung im NW.

Übersicht der Polarlichtbilder vom 6./7. April 2000

Links zu Polarlichtseiten:

Polarlichtwarnungen: Zusammengestellt vom Arbeitskreis Atmosphärische Erscheinungen.

Polarlichtseiten von Thomas Saevert: Aktuelle Weltraumwetterdaten und umfangreiche Sammlung von Links zu Auroraseiten

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Space weather - Polarlichtvorschau

Beobachtungs- und Meldeformular für Polarlichter

Berichte und Fotos vom Polarlicht des Arbeitskreises Atmosphärische Erscheinungen

Großartige Polarlichtbilder aus Schottland

Links zu interessanten aktuellen Graphiken :

Kp-Werte
Diagramm der Dichte und Geschwindigkeit der Sonnenwindteilchen
Magnetometer Braunschweig
Magnetometer Kiruna
Aktuelles Bild der Ausdehnung des Polarlichtovals
Graphik zur aktuellen Dichte und Geschwindigkeit der Sonnenwindteilchen
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