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Totale Mondfinsternis vom 9. Jänner 2001

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Schlägl, 9. Jänner 2001, Mondfinsternis im Überblick; zur Vergrößerung der Mondphasen bitte einzelne Bilder anklicken.

Foto: f = 2000 mm; 1:10; Kodak Elite 400. © Karl Kaiser;.

Weitere Bilder der Finsternis

Die Finsternis gehört zum Saros 134 und zur Lunation 1249 (Brown 965); sie findet beim aufsteigenden Knoten der Mondbahn statt:

Eintritt des Mondes in den Halbschatten 18 45 MEZ
Freisichtigkeit Anfang 19 26 MEZ
Eintritt des Mondes in den Kernschatten 19 42 MEZ
Totalität Anfang 20 50 MEZ
Mitte der Finsternis 21 21 MEZ
Totalität Ende 21 51 MEZ
Austritt des Mondes aus dem Kernschatten 22 59 MEZ
Freisichtigkeit Ende 23 15 MEZ
Austritt des Mondes aus dem Halbschatten 23 56 MEZ
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Die Daten sind dem Österreichischen Himmelskalender 2001 (Astronomisches Büro, Hasenwartgasse 32, A - 1238 Wien) entnommen.

Den ganzen Tag über war der Himmel mit einer hochnebelartigen Wolkendecke verhangen - schlechte Aussichten also für eine erfolgreiche Finsternisbeobachtung! Dem Wetterbericht zufolge sollte aber die kommende Nacht wolkenlos und kalt werden. Kaum zu glauben, denn um 18 Uhr zeigte sich der Himmel immer noch dicht mit Wolken verhangen, und selbst auf den Höhen des Böhmerwaldes war der Mond nicht sichtbar! Eine halbe Stunde später begann sich zu unserer Überraschung der Stratus langsam zu lichten, unser Trabant war wenigstens in kleinen Wolkenlücken zu erkennen. Eigentlich wollten wir (Maria B., Siegi G., Heinz P. und Karl K., Astrostammtisch Haslach) zur Beobachtung auf den 850 m hohen Mühlrücken zwischen Großer und Kleiner Mühl fahren  (Gemeinde Schlägl); wir bauten aber unsere Geräte bereits in 660 m Höhe auf, nachdem der Himmel innerhalb einer viertel Stunde völlig aufklarte und die Zeit bis zum freisichtigen Finsternisbeginn ohnehin schon recht knapp war (wie sich später herausstellte, war dies ein Fehler gewesen). Rasch waren die Fernrohre aufgebaut, ausgerichtet und mit Kameras bestückt. Die ersten Bilder der Finsternis entstanden um 19 39 MEZ. Herrlich waren die Abnahme der Helligkeit der mondbeschienen Umgebung und die Zunahme der Zahl der Sterne am Firmament in der nächsten Stunde zu verfolgen! Schon viele Minuten vor dem vollständigen Eintritt des Mondes in den Kernschatten der Erde färbte sich seine dunkle Seite auch freisichtig rot. Einen unvergesslichen Eindruck bot die Totalität der Finsternis - der Mond erschien uns im Sternbild Zwilling nicht mehr als Scheibe, sondern als eine am Himmel befestigte Kugel!

Um 21 30 MEZ, noch lange vorm Ende der Totaliät, zog plötzlich dichter Nebel auf. Beobachtung abbrechen, mit dem Gesehenen und Erlebten zufrieden sein oder doch schnell die Geräte abbauen und die restlichen 2 km auf den Mühlrücken nach Mitterreith auf 850 m Höhe fahren? Wir entschieden uns für Letzteres und erreichten noch vorm Nebel den 2. Beobachtungsort! Die Totalität war zwar schon vorüber, wir konnten aber die restlichen Phasen der Finsternis auf Film bannen. Allerdings kroch bald nach unserem Eintreffen auch der Nebel auf den Berg.

Probleme bereitete meinem 8" Schmidt-Cassegrain die große Luftfeuchtigkeit. Der Objektivdeckel wurde nur während der Belichtungszeiten kurz entfernt, und trotzdem beschlug sich die Schmidt-Platte immer wieder. Abhilfe konnte nur ein kleiner Defroster schaffen (normalerweise verwendet zum Enteisen von Windschutzscheiben). Der Tubus bedeckte sich mit einer starken Reifschicht.

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© 2001 Karl Kaiser

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