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Beobachtung Leuchtender Nachtwolken von Österreich aus

Observation of Noctilucent Clouds in Austria

(English Summary)

(k.kaiser@mail.asn-linz.ac.at)

Kurzbeschreibung der Beobachtungsjahre: 

1995 - 1996 - 1997 - 1998 - 1999 - 2000 - 2001 - 2002 - 2003 - 2004 - 2005 - 2006 - 2007 - 2008

Übersicht der NLC-Bilder:

1995, 1997, 1998, 1999, 2001, 2002, 2003, 2004, 2005, 2006, 2007, 2008

 

nlc153-22mi.JPG (9504 Byte)

 

Gibt es "Helle Nächte" auch in Österreich? Schon lange hatte mich diese Frage interessiert und ich mir vorgenommen, einmal um die Zeit der Sonnenwende herum eine Nacht im Böhmerwald auf dem 24 m hohen Aussichtsturm des Moldaublicks (1020 m, geograph. Koordinaten: 48° 42´ N; 13° 58´ E) zu verbringen. Für mein Vorhaben war dies sicher einer der besten Standorte, ist doch das Grenzgebiet Tschechiens zu Österreich entlang des Moldaustausees nur dünn besiedelt.

Mitternachtsdämmerung und 1. Leuchtende Nachtwolke

Der Abend des 29. Juni 1995 schien für meine Beobachtung bestens geeignet zu sein: Etwas Schönwetter-Cumulus, der sich auflösen wird, kein störendes Mondlicht und warmes Wetter. Um 2230 MESZ begann eine Astro-Traumnacht: Herrlichster dunkler Sternenhimmel, zahlreiche Sternschnuppen, Satelliten und schließlich die immer schwächer werdende Dämmerung am Horizont, die sich sicher bis 0030 MESZ freisichtig verfolgen ließ. In meiner Kamera verwendete ich einen ISO 1000/36° Diafilm, und tatsächlich war auf dem Bild von 0100 MESZ – wahre Mitternacht um 0107 MESZ - der Nordhorizont deutlich aufgehellt. Um etwa 0230 Uhr, die Dämmerung war schon wieder weit fortgeschritten und ein Arbeitstag stand bevor (einige Stunden Schlaf sollten es ja doch noch werden), wollte ich diese durchwachte Nacht mit einem letzten Blick zum heller werdenden Horizont abschließen. Die Überraschung war groß, als sich genau im Norden eine helle wolkenförmige Struktur abzuzeichnen begann. Im Feldstecher erkannte ich die typischen Formen einer Leuchtenden Nachtwolke (NLC): Bandförmige Streifen und wellenförmige Muster! "Meine" erste NLC, möglicherweise an der Südküste der Ostsee in über 500 km Entfernung! Die Helligkeit und die Ausdehnung der Erscheinung nahm in den folgenden30 Minuten stark zu und wurde zu einem unvergesslichen Erlebnis. Während der 50 minütigen Beobachtung bewegte sie sich deutlich nach Südwest. Ihre Ausdehnung in E – W betrug 37°, ihr Oberrand lag bei 8° überm Horizont, ihre Helligkeit erreichte den Wert 2 (s. u.). Leider blieb diese NLC bis zum Sommer 1997 meine einzige Sichtung. Wie ich von verschiedenen Stellen erfahren habe, war dies vielleicht die erste von Österreich aus fotographierte Leuchtende Nachtwolke! Beobachtungsintervalle des Jahres 1995.

1996: Es waren keine NLC´s in Österreich sichtbar. Beobachtungsintervalle des Jahres 1996.

Höhepunkte des Jahres 1997

Am Abend des 9. Juni 1997 erhielt ich aus Chemnitz, dem "Hauptquartier" der Beobachtergruppe für Atmosphärische Erscheinungen innerhalb der VdS (Wolfgang Hinz), die telephonische Nachricht, dass recht helle NLC´s sichtbar wären. Leider zeigten sich an diesem Abend im Norden überm Böhmerwald noch die Reste eines abziehenden Wolkensystems. Der folgende Morgen war aber klar, und vom Moldaublick aus konnte ich eine überaus reich gegliederte Leuchtende Nachtwolke bestaunen; sie reichte bis 10° über den Horizont. In den nächsten Wochen ließ ich keinen klaren Abend oder Morgen aus, um nach den seltenen Wolken Ausschau zu halten. Belohnt wurde ich für meine Ausdauer am Morgen des 11., 16. und 21. Juni sowie am Abend des 15. Juni und 8. Juli. Überwältigend waren die vertikalen Ausdehnungen der Wolken in der Nacht vom 15. auf 16. Juni: Sie erreichten 15° (!) Höhe! Leider verhinderten damals Wolkenfelder, die ganze Größe der NLC`s zu erkennen: Horizontal wurden aber am Abend sicher 52° erreicht! Am 8. Juli erstreckte sich eine eher schwach sichtbare Wolke beinahe 60° entlang des Horizontes! Bildserien wurden von allen Erscheinungen angefertigt. Beobachtungsintervalle des Jahres 1997.

Im Jahr 1998 sucht ich erstmals am 6. Juni abends nach NLC´s. Bis zum 21. Juli beobachtete ich 25 mal am Abend bzw. am Morgen, doch nur am 23. Juni erschienen schwach leuchtende grünliche Bänder am NNW-Horizont in geringer Höhe. Allzudeutlich zeigten sich damals die Nachteile einer Beobachtung aus südlicheren Breiten: Ziehen am Nordhorizont Wolken und ist die vertikale Ausdehnung der NLC´s recht gering (am 23. Juni erreichten sie nur 4° Höhe) und zusätzlich die Helligkeit klein, dann ist es einem unerfahrenen Beobachter kaum möglich, die Naturerscheinung zu erkennen.

1999 zeigten sich NLC´s während 3 von 17 Beobachtungsintervallen. Am 22. Juni abends erschienen erstmals grünliche Bänder mit größerer Helligkeit, aber nur geringer vertikaler Ausdehnung. In der Nacht vom 2. auf 3. Juli erreichte die NLC-Aktivität ihr Maximum in meiner bisherigen Beobachtungszeit: Schon am Abend waren von Schlägl aus überm Böhmerwald helle Bänder und Wellen zu erkennen. Am nächsten Morgen bestaunte ich vom Moldaublick aus bei besten Sichtverhältnissen "meine" schönsten, hellsten und reichst strukturierten Leuchtenden Nachtwolken mit einheitlichen Flächen, mit Bändern und Wellen, Sandrippenmustern im flachen Wasser vergleichbar. Beeindruckend, wie schnell sich die Wolken während der 60 Minuten dauernden Beobachtung veränderten!

2000: In diesem Jahr waren in Österreich keine NLC´s sichtbar. 38 Beobachtungsintervalle des Jahres 2000.

2001: Die einzige in diesem Jahr von Schlägl aus zu beobachtende Leuchtende Nachtwolke zeigte sich am Abend des 27. Juni bei schlechten Sichtbedingungen zwischen 2240 und 2245 MESZ. Nur für wenige Minuten war es möglich, zwischen Cirrus, Cirrostratus und Altocumulus ein schwaches Wolkenband mit Hilfe des Feldstechers zu erkennen. Aus dieser Nacht gibt es auf Grund des schlechten Wetters nur aus England, Schottland, Finnland und Ostdeutschland (Frankfurt an der Oder) weitere NLC-Beobachtungen. Meine Beobachtungsintervalle des Jahres 2001.

2002: Das Jahr 2002 gehört zu den NLC-ärmsten Jahren in Europa. Sehr wenige Beobachtungen liegen von den Monaten Mai und Juni vor, häufiger werden sie im Juli beobachtet. Nicht unerwähnt darf bleiben, dass im nördlichen Mitteleuropa und auf den britischen Inseln das Wetter eine durchgehende Beobachtung nicht zugelassen hat. Ausgezeichnet hingegen waren die meteorologischen Verhältnisse in Österreich. Von hier aus war ich erst im 33. Beobachtungsintervall erfolgreich, nämlich am 6. Juli. Die große NLC dieses Morgens gehört zweifelsfrei zu den ganz großen Besonderheiten der österreichischen Wolken. Sie erreichte eine Höhe von 50° und eine horizontale Ausdehnung von 90°! Es war dies eine reich gegliederte Wolke mit kleineren unstrukturierten Flächen, wenigen Bändern, zahlreichen Wellen und sich schnell verändernden Wirbeln. Sichtungen dieser Wolke dürfte es meinen Informationen nach keine weiteren gegeben haben. Ein zweites kleineres Wolkenareal war im NNW knapp überm Horizont zu finden. In dieser Nacht beobachteten auch Kollegen aus Chemnitz und Frankfurt an der Oder NLC´s in Horizontnähe. Nur 3 Tage später waren am Abend des 9. Juli zwei sehr schwache Bänder im NNW zwischen dichtem Cirrus in nur 3° Höhe zu finden. Diesmal liegen mehrere Beobachtungen vor.

2003: Nachdem in der Nacht vom 20. auf 21. Juni mehrfach in Mitteleuropa NLC´s gesichtet worden waren, begann ich mit meiner diesjährigen Beobachtungsreihe am 21. Juni abends. Bereits am Morgen des 22. Juni zeigte sich in Österreich die 1. Leuchtende Nachtwolke von Schlägl aus. Bei besten Bedingungen war sie von Nordosten bis Osten zu erkennen. Ihre azimutale Ausdehnung reichte von 050° bis 112°! An Strukturen zeigten sich kleine einheitliche Flächen, feine Wellen und eine größere Anzahl an Bändern. In den folgenden Tagen wurden noch mehrmals NLC´s von Deutschland aus gesehen. Meine österreichische Datenreihe endet in diesem Jahr bereits mit 1. Juli morgens. Am 6. Juli beobachtete ich während einer Schiffsreise von Dänemark nach Island meine 2. NLC des Jahres. Beobachtungsintervalle des Jahres 2003.

2004: Erst nach 23 Bobachtungsintervallen zeigte sich in Österreich am 7. Juli die erste NLC des Jahres. Eine Wolke, bestehend aus zahlreichen sehr langen Bändern, erschien in der Abenddämmerung im Nordwesten. Bereits am nächsten Morgen und Abend konnten neue Leuchtende Nachtwolken gesichtet werden. Die Bedingungen für ihre Entstehung müssen in der oberen Atmosphäre über längere Zeit hinweg sehr günstig gewesen sein. Zahlreiche Beobachtungen aus diesen Tagen liegen aus nördlichen Gebieten vor. Die letzte NLC des Jahres war am 11. Juli sichtbar - es ist dies vielleicht die schwächste Erscheinung, die ich während meiner zehnjährigen Beobachtertätigkeit gesehen habe und fotografisch festhalten konnte! Bemerkenswert ist, dass in diesem Jahr auch Beobachtungsberichte aus unserem nördlichen Nachbarland Tschechien vorliegen (Prag: Nacht vom 1./2. Juli; Jesenik: 3./4. Juli)! Beobachtungsintervalle des Jahres 2004.

2005: Im nördlichen Mitteleuropa begann die NLC-Saison in diesem Jahr erst in der Nacht vom 10. auf 11. Juni mit Sichtungen in Norddeutschland und Dänemark. Eine große Zahl von Beobachtungen wurden in den folgenden Tagen gemeldet. In Österreich zeigte sich die erste Leuchtende Nachtwolke am Abend des 19., die zweite am Morgen des 23. Juni. Eine der eindrucksvollsten Wolken erschien am 18. Juli; bei einer horizontalen Ausdehnung von etwa 90° reichte ihr Oberrand bis in eine Höhe von 8°. Aus mehreren Orten Deutschlands liegen von dieser NLC wunderbare Aufnahmen vor, die einen Vergleich mit den österreichischen Bildern ermöglichen. Die letzte sehr schwache NLC zeigte sich in den frühen Morgenstunden des 20. Juli. In diesem Jahr liegen mehrere Beschreibungen von Leuchtenden Nachtwolken aus Gebieten südlich von 50°N vor (Odenwald, Wendelstein). In Österreich konnte erstmals eine NLC vom nördlichen Waldviertel aus visuell gesehen werden (19. Juni 2005) - leider existiert kein Foto. Beobachtungsintervalle des Jahres 2005. 

2006: Das Beobachtungsjahr 2006 zählt zu den besten NLC-Jahren in Österreich. Bis zur Nacht vom 7. auf 8. Juni gab es nur wenige Sichtungen aus höheren Breiten. Am Morgen des 8. Juni wurde die 1. Leuchtende Nachtwolke unterhalb des 50. Breitengrades gesichtet: Odenwald und Schlägl. In den frühen Morgenstunden des 13. Juni konnte von Schlägl aus eine überaus reich strukturierte Erscheinung fotografiert werden: sie erstreckte sich von Norden über Osten bis Süden! Erstmals gibt es aus Österreich (Niederösterreich) weitere NLC-Bilder. Italienische Beobachter erlebten die NLC in Venedig und in Rocca Malatina (44,4° N; Emilia-Romagna)! Am Morgen des 14. Juli zeigte sich die bisher hellste NLC über Teilen Österreichs: Helligkeit 4! Großartige Aufnahmen wurden aus Ungarn bekannt. Die letzte Leuchtende Nachtwolke konnte ich in der Nacht vom 22. auf 23. Juli beobachten. Aus diesem Intervall ist keine weitere Sichtung aus Mitteleuropa bekannt. Beobachtungsintervalle des Jahres 2006. 

2007: Die erste NLC-Sichtung Deutschlands gelang in diesem Jahr in Bremerhaven am 3. Juni. In Österreich konnten die ersten Leuchtenden Nachtwolken am Abend des 15. und 17. Juni von Wien aus beobachtet werden. Erfreulicherweise hat sich in diesem Jahr eine Beobachtergruppe in Wien und Umgebung zusammengefunden: Weitere Sichtungen dieser NLC-Beobachter datieren vom Morgen des 24. Juni und 1. Juli sowie vom Abend des 28. und 29. Juni und des 13. Juli 2007. In Schlägl konnte ich erstmals in den Morgenstunden des 24. Juni erfolgreich beobachten. Die nächsten NLC´s zeigten sich im 29. Juni, 1. und 14. Juli morgens sowie am 13. Juli abends. Die beeindruckendste Nachtleuchtende Wolke erschien am Morgen des 24. Juni: ihre horizontale Erstreckung erreichte 118°, ihre Höhe 40° und die Helligkeit war auf der 5teiligen Skala mit 4 zu beziffern! Diese NLC war auch aus Norditalien (Verghereto) auf einer Breite von 43,8° N zu sehen! Eine der größten Überraschungen in Europa war sicher die Beobachtung einer Nachtleuchtenden Wolke von Palmela (Portugal) aus, auf der geografischen Breite von 38° 34' in der Nacht vom 29. auf 30. Juni 2007.  In diesem Jahr zeigte sich deutlich der Vorteil einer größeren österreichischen Beobachtergruppe: Gemeinsam konnten in 9 Intervallen Leuchtende Nachtwolken nachgewiesen werden! 42 Beobachtungsintervalle aus Schlägl im Jahr 2007. 

2008: Im Beobachtungsjahr 2008 wurden in Mitteleuropa die ersten Nachtleuchenden Wolken in den Morgenstunden des 13. Juni gesichtet (Norddeutschland und Holland). In Österreich waren an 2 Tagen NLC´s zu sehen: in den Morgenstunden des 2. Juli und den Abendstunden des 21. Juli. Die zweite Erscheinung konnte auch von Wien aus fotografiert werden. Auch in diesem Jahr überraschte die weit südliche reichende Sichtbarkeit die Beobachter; im Internet sind Bilder aus der Türkei (40° 31' N - 12./13. Juli 2008) und Spanien (41,67° N - 13./14. Juli 2008) zu finden (siehe Noctilucent Cloud Observers' Homepage). Mehrmals wurden NLC´s in Ungarn dokumentiert. Eine Möglichkeit, Nachtleuchtende Wolken vom Wohnzimmer aus zu beobachten oder nach ihnen zu suchen, bieten einige tschechische Webcams mit Bildarchivierung und Videomodus. So konnten auch beide von Österreich aus gesichtete Erscheinungen im Videoarchiv gefunden werden. 41 Beobachtungsintervalle des Jahres 2008. 

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Was sind NLC´s, wann lassen sie sich beobachten?

Im Sommer 1885 wurden die Leuchtenden Nachtwolken erstmals gesehen und beschrieben. Besonders Otto Jesse und Wilhelm Förster von der Berliner Sternwarte widmeten sich ihrer Erforschung. Schon damals überraschte die Wissenschaftler die Höhe dieser Wolken: Unglaubliche 83 km!

Zu beobachten sind die NLC´s auf der nördlichen Erdhemisphäre zwischen Mai und August und dann nur spät nach Sonnenuntergang, wenn unser Tagesgestirn sich 6 – 16 ° unter dem Horizont befindet. Es muss die Dämmerung schon sehr weit fortgeschritten sein, damit sich die dünnen Wolken, die noch von der Sonne bestrahlt werden müssen, vom dunklen Himmel abheben können (Sternenlicht durchdringt diese fast ungehindert). Normalerweise werden sie nur von Beobachtern zwischen 50° und 65° nördlicher bzw. südlicher Breite gesichtet. Stehen sie für südlichere Orte bei uns zu tief am Nordhorizont, so ist es nördlich von 65° in den Sommermonaten während der Nachtstunden zu hell, und die Wolken heben sich nicht mehr gegen den Himmel ab. Die Bestandteile der NLC´s sind Eiskristalle, die sich bei Temperaturen von bis zu  –150° C (!) aus dem in geringsten Mengen vorhandenen Wasserdampf an Kristallisationskeimen bilden. Der Entstehungsmechanismus der Wolken ist trotz intensiver Forschung bis heute nicht restlos geklärt.

Nach K. Schlegel (2001) erreichen die Temperaturen im Sommerhalbjahr in der Mesopause die niedrigsten Werte. Die atmosphärische Zirkulation hebt im Sommer die noch kalte Luft über den Polen an, sodass sie weiter abkühlt. So erklärt sich die Beschränkung der NLC-Sichtbarkeit auf die Frühlings- und Sommermonate (umgekehrt aber auf der Südhalbkugel: November bis Februar). Sie bilden sich in hohen polaren Breiten und bewegen sich in Richtung Äquator mit Geschwindigkeiten von 30 bis 120 m/s (!) und lösen sich beim Erreichen wärmerer Mesopausengebiete langsam auf. Wellen in Leuchtenden Nachtwolken weisen auf Wellenbewegungen in diesem Bereich der Atmosphäre hin.

Rückschau und Ausblick

Zurückblickend auf die Beobachtungsjahre in Österreich stellt sich die Frage, warum NLC´s von südlicheren Breiten als 50° N bisher sehr selten beobachtet worden sind. Gründe dafür dürften sein:

Wünschenswert wäre es, wenn sich in den kommenden Jahren auch mehr Beobachter aus unseren Breiten an einer systematischen Überwachung des frühsommerlichen Dämmerungshimmels beteiligen würden, denn so selten, wie bisher angenommen, dürften sie selbst vom südlichen Mitteleuropa aus nicht zu beobachten sein.

Meldungen über Sichtungen werden von Jürgen Rendtel, Seestraße 6, D - 14476 Marquardt bzw. von Wilfried Schröder, Hechelstraße 8, D - 28777 Bremen entgegengenommen.

Ein Beobachtungsformular für NLC´s ist unter http://meteoros.de/akm/nlcword.doc erhältlich.

Über die Zusendung von Beobachtungsberichten aus Österreich würde ich mich freuen (k.kaiser@mail.asn-linz.ac.at).

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Zusammenfassung der "österreichischen" NLC´s

Datum Beobachtungsintervall (UT) Horizontalausdehnung in ° Höhe des Wolkenoberrandes in ° Beobachtungsort * Helligkeit ** Formen ***
30.06.95 0045 - 0135 37 8 Moldaublick 2 II
10.06.97 0055 - 0200 25 6 Moldaublick 2 II, III
11.06.97 0045 - 0130 20 3 Schlägl 1 II
15.06.97 2000 - 2105 52 15 Schlägl 2 II, III
16.06.97 0045 - 0145 >40 15 Schlägl 2 II ****
21.06.97 0040 - 0145 26 12 Schlägl 2 II, III
08.07.97 2000 - 2055 59 10 Schlägl 1 II
23.06.98 0100 - 0200 18 4 Schlägl 1 II
22.06.99 2040 - 2100 34 5 Schlägl 2 II
02.07.99 2015 - 2045 11 11 Schlägl 2 II, III
03.07.99 0100 - 0200 41 10 Moldaublick 2 bis 3 I, II, III
27.06.01 2005 - 2050 2 3 Schlägl 1 II
06.07.02 0105 - 0220 105 ***** 50 Schlägl 2 I, II, III, IV
09.07.02 1955 - 2110 7 3 Schlägl 1 II
22.06.03 0100 - 0205 62 15 Schlägl 2 I, II, III
07.07.04 2025 - 2100 25 5 Schlägl 1 II
08.07.04 0045 - 0140 15 2 Moldaublick 1 II, III
08.07.04 2025 -2110 18 5 Neudorf bei Halsach 1 II, III
11.07.04 2005 - 2100 5 5 Schlägl 1 II, III
19.06.05 2005 - 2110 25 5 Schlägl 2 I, II, III
23.06.05 0110 - 0205 40 20 Schlägl 2 I, II, III
18.07.05 0115 - 0215 90 8 Schlägl 2 I, II, III
20.07.05 0115 - 0225 27 8 Schlägl 1 II, III
08.06.06 0105 - 0155 31 8 Schlägl 2 I, II, III
13.06.06 0105 - 0220 200 42 Schlägl 3 I, II, III, IV, V
14.07.06 0120 - 0250 126 45 Schlägl 4 I, II, III, IV, S
22.07.06 1955 - 2030 60 10 Schlägl 2 I, II, III
24.06.07 0105 - 0220 118 40 Schlägl 4 I, II, III, S
29.06.07 0115 - 0200 1 8 Schlägl 1 II ****
01.07.07 0110 - 0200 26 8 Schlägl 1 II
13.07.07 2010 - 2050 57 15 Schlägl 2 bis 3 I, II, III, S
14.07.07 0115 - 0155 33 8 Schlägl 2 I, II, S
02.07.08 0115 - 0150 102 10 Schlägl 2 I, II, III
21.07.08 1940 - 2045 42 10 Schlägl 2 I, II
             

* Moldaublick: 48° 42` N; 13° 58´ E; Neudorf bei Haslach: 48° 33' N; 14° 03' E; Schlägl: 48° 38´ N; 13° 58´ E

** 1: schwach, 2: mühelos sichtbar, 3: hell, erwecken allgemeine Aufmerksamkeit, 4: hell und sehr auffällig, 5: beleuchten Gegenstände / werfen Schatten

*** I: Flächen/Schleier, II: Bänder/Streifen, III: Wellen, wie Sandrippen im flachen Wasser, IV: Wirbel, Bögen und verschlungene Strukturen, S: NLC mit hellen "Knoten", V: NLC mit netzartiger Struktur

**** Beobachtung durch Wolken stark beeinträchtigt

***** Umfasst den Bereich von zwei nicht zusammenhängenden Wolkenfeldern

Zusammenfassung der Beobachtungsintervalle

 

Übersicht der NLC-Bilder:  

1995, 1997, 1998, 1999, 2001, 2002, 2003, 2004, 2005, 2006, 2007, 2008

 

Observation of Noctilucent Clouds in Austria (English Summary)

Beobachtungsberichte und weiterführende Literatur zum Thema NLC:

Filling, H. (1998): Leuchtende Nachtwolken, Mitt. Arb.kr. Geschichte der Geophysik DGG/Deutsche Geophysikalische Gesellschaft, Bd. 17, p. 52 - 63

Gadsden, M., Schröder, W. (1989): Noctilucent Clouds, Springer-Verlag, Heidelberg

Kaiser, K. (1995): Helle Sommernacht in Österreich mit Überraschung, Mitt. Arb.kr. Meteore 20/8, p. 15-16

     -          (1995): Leuchtende Nachtwolke von Österreich aus beobachtet, Sterne und Weltraum 34/12, p. 922

     -          (1998): Beobachtung Leuchtender Nachtwolken von Österreich aus, Astro Info 139, p. 61- 62

     -          (1998): Leuchtende Nachtwolken im Sommer 1997 von Österreich, Meteoros 1/2, p. 49

     -          (2003): Beobachtung Leuchtender Nachtwolken in Österreich, Jahresbericht BG/BRG Rohrbach 2002/2003, p. 96 - 100

     -          (2005): Beobachtung Leuchtender Nachtwolken in Österreich im Zeitraum 1995 bis 2002, Lectures in Geophysics and Physics, Bd. 6/2, p. 46 - 51

Minnaert, M. (1992): Licht und Farbe in der Natur, Birkhäuser Verlag Basel-Boston-Berlin

Neckel, Th. (1998): Leuchtende Nachtwolken in der Nacht vom 9. zum 10. Juni 1997, Sterne und Weltraum 37/7, p. 666 - 669

Rendtel, J. (1995): Leuchtende Nachtwolken 1995 - eine erste Zusammenfassung, Mitt. Arb.kr. Meteore 20/11, p. 17-18

     -            (1996): Leuchtende Nachtwolken 1996 (III), Mitt. Arb.kr. Meteore 21/8, p. 127-131

     -            (1998): Beobachtung Leuchtender Nachtwolken 1997, Meteoros 1/2, p. 43-49

     -            (1998): Leuchtende Nachtwolken im Mai, Juni, Juli, August 1998, Meteoros 1/6-10, p.130-131, 150-151, 169-170, 186

     -            (1999): Leuchtende Nachtwolken im Mai, Juni, Juli, August 1999, Meteoros 2/6-9, p. 99-100, 122-123, 145-146

Schlegel, K.(2001): Vom Regenbogen zum Polarlicht, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg-Berlin

Schröder, W. (1998): Noctilucent Clouds/Leuchtende Nachtwolken, Science Edition/IAGA, Bremen

Links zu 

Noctilucent Cloud Observers' Homepage (Tom McEwan)
Noctilucent Cloud Observers‘ Forum
Noctilucent Clouds Homepage (University of Colorado)
NLC-sites, Arbeitskreis Meteore e.V. (Deutschland)
NLC-Seite von Ole Skov Hansen (Dänemark)
NLC-Seite von Tomas Trzicky (Tschechien)
NLC-Seite von Tom Eklund  (Finnland)
NLC-Seite von Alexander Wünsche (Deutschland)
NLC-Seite von Mats Mattsson (Schweden)
NLC-Seite von Rainmaker (Deutschland)
NLC-Seite von Matthias Juchert (Deutschland, Österreich)
NLC Kamera Netzwerk des Leibniz-Instituts für Atmosphärenphysik e.V. an der Universität Rostock (IAP).

Observation of Noctilucent Clouds in Austria (English Summary)

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