12. Kapitel - Waldbauern und Pecher

  

Die Einwohner von Gainfarn und Großau

Die Einwohner Gainfarns lebten vom Feld- und Weinbau.

In Großau lebten die Bewohner vom Feldbau. Sie handelten auch mit Holz, Holzkohle und Pech. Sie gehörten zu den Waldbauern

Vom Leben der Pecher

Nahezu jeder Bauer hatte einen eigenen kleineren oder größeren Waldbesitz; manche arbeiteten auch in den Wäldern der Herrschaft Merkenstein.

Es wurde nicht nur das Holz verwertet (Bauholz, Brennholz, Schindeln, Pantoffeln, Weinstecken usw.), sondern auch das Pech (Harz) der Bäume wurde gesammelt und verkauft.

Es gab das bessere Rinnpech, das von selbst den Stamm hinunterfloss, und das billigere Scherpech, das am Stamm kleben blieb und vom Pecher abgekratzt wurde.

Von der Pecherei

Die Schwarzföhre ist ein harzreicher Baum.

Der Pecher hackte in die 60- bis 70jährigen Stämme eine Auffanggrube (den Schrott) für das herausfließende Harz.

In der warmen Jahreszeit wurde der Stamm mit einer Hacke (dem Dexel) verwundet (das Plätzen).

Das Harz floss in den Schrott und wurde mit dem Pechlöffel ausgefasst. Es kam dann in das Pechbüttel.

Das Büttel wurde in Rinnpechfässer entleert. Sie waren bis zur Hälfte im Waldboden eingegraben.

Diese Fässer wurden zu den Harzdestillationsbetrieben gebracht.

Was geschah nun mit dem Harz?

Es wurde in Dampfkochapparaten erhitzt, bis es ganz dünnflüssig war.

Aus den in Rohrschlangen gekühlten Dämpfen entstand das Terpentinöl, der Rest im Kessel erstarrte zu Kolofonium.

Am Mariazellerzwickl

steht nahe der längst verschwundenen echten eine "neue" Pecherhütte. Es ist ein kleines Freilichtmuseum, in dem man einiges über das alte Pecherhandwerk erfährt.

© RB 2003