12 Waldbauern und Pecher
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Die Einwohner von Gainfarn und Großau

Die Einwohner Gainfarns lebten vom Feld- und Weinbau.

In Großau lebten die Bewohner vom Feldbau. Sie handelten auch mit Holz, Holzkohle und Pech. Sie gehörten zu den Waldbauern.

Siehe auch:
Harzgewinnung aus Schwarzföhren am Ostrand der Alpen (Quelle: Kosmos, Heft 9, September 1961, S.392 ff, Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart)

Gainfarner Liedl
Bild zum "Gainfarner Liedl"
   

Früher trafen sich die Gainfarner Frauen an den Markttagen vor der Kirche in Gainfarn, um nach Wien zu gehen. In ihren Butten trugen sie den Kea, den Sand und die Kress.

Kea waren die dünnen Scharten des Föhrenholzes.Sand war der stecknadelkopfgroße Kugelsand, den man am Abhang des Kahlen Berges fand. Kress, die Brunnenkresse gedieh von der Breitegasse, der Brunngasse bis zur Steinplatte.

Der Weg nach Wien war für die "Gainfarner Kressweiberl", die ja auch die Butten tragen mussten, weit und beschwerlich.

 

Vom Leben der Pecher

Nahezu jeder Bauer hatte einen eigenen kleineren oder größeren Waldbesitz; manche arbeiteten auch in den Wäldern der Herrschaft Merkenstein.

Es wurde nicht nur das Holz verwertet (Bauholz, Brennholz, Schindeln, Pantoffeln, Weinstecken usw.), sondern auch das Pech (Harz) der Bäume wurde gesammelt und verkauft.

Es gab das bessere Rinnpech, das von selbst den Stamm hinunterfloss, und das billigere Scherpech, das am Stamm kleben blieb und vom Pecher abgekratzt wurde.

Pecher
Großauer Pecher

Von der Pecherei

Die Schwarzföhre ist ein harzreicher Baum.

Der Pecher hackte in die 60- bis 70jährigen Stämme eine Auffanggrube (den Schrott) für das herausfließende Harz.

In der warmen Jahreszeit wurde der Stamm mit einer Hacke (dem Dexel) verwundet (das Plätzen).

Das Harz floss in den Schrott und wurde mit dem Pechlöffel ausgefasst. Es kam dann in das Pechbüttel.

Das Büttel wurde in Rinnpechfässer entleert. Sie waren bis zur Hälfte im Waldboden eingegraben.

Diese Fässer wurden zu den Harzdestillationsbetrieben gebracht.

Pecherhütte
"Pecherhütte" im Gradental (Freilichtmuseum)
1999 feierlich eröffnet

Was geschah nun mit dem Harz?

Es wurde in Dampfkochapparaten erhitzt, bis es ganz dünnflüssig war.


Aus den in Rohrschlangen gekühlten Dämpfen entstand das Terpentinöl, der Rest im Kessel erstarrte zu Kolofonium.

Freilichtmuseum
Freilichtmuseum am Mariazeller-Zwickl

Am Mariazellerzwickl

steht nahe der längst verschwundenen echten eine "neue" Pecherhütte. Es ist ein kleines Freilichtmuseum, in dem man einiges über das alte Pecherhandwerk erfährt.

Stamm mit Schrott
Verwundeter Stamm mit Schrott im Freilichtmuseum
   
 
Grandl oder Schrott
Grandl (Schrott) an einer Pechföhre im Kurpark
   
Werkzeug
Werkzeug Werkzeug Werkzeug
Anzeschhacke Pechschereisen Anschlageisen
Werkzeug Werkzeug Werkzeug
Pechlöffel Mondhackl Ritzer
   

Werkzeug

Der Pecher fertigte viele Geräte selbst an.

Werkzeug Werkzeug Werkzeug
Pechhäferl Scharten-Krax'n Pechpittel
Werkzeug
Leiter
 
© Robert Boczek 2003
Volksschule Bad Vöslau