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| Vorkommen der Schwarzföhre: | Verfahren und Harzfluss: | ||
Wo die Alpen zum Wiener Becken abfallen, erhält die Landschaft durch das geschlossene Vorkommen der Österreichischen Kiefer oder Schwarzföhre (Pinus nigra var. austriaca) ein eigenes Gepräge. Die Bestände der Schwarzföhren erstrecken sich von den südwestlichen Vororten Wiens (Kalksburg) über eine schmale Zone bis zu den Hängen des Wiener Schneebergs und der Rax. Im schirmförmigen Wuchs der Schwarzföhrenkrone, der an Pinien erinnert, zeigt sich der Mittelmeercharakter des Waldes. Auch die Begleitpflanzen wie Felsenbirne, Gewöhnliche und Filzige Steinmispel, Blasenstrauch, Strauchige Kronwicke und Violetter Dingel haben ihr Hauptverbreitungsgebiet in den Mittelmeerländern. Die Schwarzföhre ist in ganz Südeuropa verbreitet, dazu in Kleinasien. Zum Höhepunkt der Wärmeperiode von 3000 bis 2000 v.Chr. kehrte sie nach Mitteleuropa zurück, nachdem sie sich zuvor mit dem Beginn der Eiszeit aus unserem Raum zurückgezogen hatte. |
Das später eingeführte Flächenverfahren versprach ene größtmögliche Harzausbeute und schonte weitestgehend das Holz. Dies wurde durch die Entwicklung der Hobelwerkzeuge möglicht. Ein einziger Hobelschnitt ersetzte einige Dutzend Schläge mit dem Dexel. Die Wunde wurde in V-Form angelegt. Das Harz konnte nun einen kürzeren Weg zum Sammelgefäß nehmen . Der Harzfluss ist von der Jahreszeit und der Witterung abhängig. Wärme und Feuchtigkeit sind günstig. Bei günstigen Verhältnissen beträgt die Harzleitung eines Stammes ca. 4 kg pro Jahr. Aus der Zahl der Einkerbungen lässt sich ablesen, wie lange der Baum genutzt wurde. Im günstigsten Fall waren das 20 – 30 Jahre. Da das Grandlverfahren unwirtschaftlich und holzschädigend war, wurde im 1. Weltkrieg das Zapfbecherverfahren eingeführt. Das Grandl ersetzte man durch ein Ton-, Glas- oder Eternitgefäß mit Deckel. Es wurde durch einen Nagel und einer Nut unterhalb der Verwundung befestigt. |
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| Klimatische Voraussetzungen: | |||
Auf den Einfluss des kontinentalen Klimas mit den heißen Sommern und den geringen Niederschlagsmengen ist es zurückzuführen, dass sie sich am Ostrand der Alpen halten konnte (pontisches Klima, Temperaturjahresmittel von 9°C und darüber). Unter dem Einfluss des sommerkühlen und feuchten Westklimas zieht sie sich auf die Südhänge zurück und weicht der Waldkiefer, der Rotbuche, der Weißtanne und der Fichte. An klimatische begünstigten Hängen des Alpen-Ostrandes, an den warmen Hängen des Schneebergs bis 1400m erreicht die Schwarzföhre jedoch nur noch einen kümmerlichen Wuchs. |
Zur Bearbeitung der Stämme in Kopfhöhe nahm der Pecher seine Leiter. Sie wurden aus Fichtenholz und Hartriegelholz angefertigt. Die Leistung des Pechers hing vom Gewicht der Leiter und seine Gesundheit von der Festigkeit der Leiter ab. Das Besteigen der Leitern und der Transport der Leiter von Baum zu Baum,
verlangten den Einsatz aller Körperkräfte. Täglich
muste der Pecher 600 bis 1000 Stämme
mit dem Dexel oder Hobel verwunden. Zu seinem Arbeitsbereich gehörten
rund 3000 Bäume. |
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| Geschichte: | Pechhäferl und Holzbutte: | ||
Schon im Spätmittelalter hatte die Schwarzföhre wirtschaftliche Bedeutung. Die bedeutendste Anpflanzung liegt auf den eiszeitlichen Schottern zwischen Wiener Neustadt und Neunkirchen. Die Aufforstung wurde von Kaiser Friedrich III. (1440-1493) in die Wege geleitet. |
Die vollen Töpfe (Pechhäferln) mussten entleert werden. Ihr Inhalt, das Rinnpech, wurd mit dem Pechlöffel in eine Holzbutte befördert. Sie fasste 20 kg Pech und musste von Stamm zu Stamm mitgetragen werden. An dieser Arbeit beteiligten sich auch die Familienmitglieder oder Bekannte des Pechers. |
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| Habitus und Wurzeln: | Pechfass und Transport: | ||
Die Schwarzföhre hat einen derberen Habitus als die Waldkiefer. Sie besitzt längere und dickere Nadeln, größere Fruchtzapfen und breitgeflügelte Samen. Flache Wurzeln und bescheidene Ansprüche an Boden und Luftfeuchtigkeit ermöglichen ihr das Wachsen in kahlen Felspartien des Gebirges und seichten Geröllböden der Ebene. |
Den Inhalt der Butte nahm das Pechfass auf, das halb vergraben im Waldbogen versenkt war, Dies verhinderte das Abrollen und ermöglichte glz. eine kühle Lagerung. Die vollen Fässer hatten ein Gewicht von 200 kg und wurden mit Pferde- oder Ochsenfuhrwerken zu Sammelplätzen transportiert. Von dort mit Kraftfahrzeugen in die Raffinerie. | ||
| Kronenbildung und Holz: | Ernte des Harzes: | ||
| Die flache Kronenbildung der
Schwarzföhre ist eine Folge der behinderten Wurzelentwicklung. Die
Drosselung der Nährstoffzufuhr verzögert das Längenwachstum,
und die Aststockwerke bilden sich dicht übereinander aus. Bei gesunder
Wurzelentwicklung entfalten Schwarzföhren eine breit-eiförmige
Krone. Als Flachwurzler ist die Schwarzföhre auf den Schotterflächen der Ebene benachteiligt (Stürme). Der Stamm erreicht in 100 Jahren einen Durchmesser von etwa 40 cm. Dickere und ältere Bäume werden unter Naturschutz gestellt. Gebietsweise ist diese Baumart mit 70% an der Zusammensetzung des Waldes beteiligt. Das harzreiche Holz erweist sich als fäulniswidrig. Früher fand es im Grubenbau Verwendung. Es wurde verheizt und die Nadeln verwendete man als Viehstreu. Die größte wirtschaftliche Bedeutung erlangte die österr. Kiefer jedoch als Lieferant von harz und Pech. Sie ist unter allen europäischen Nadelhölzern der harzreichste Baum. |
Harztöpfe wurden von April bis Oktober ca. viermal entleert. Nur einmal, als Abschluss der Jahresarbeit, kratzte der Pecher das auf der Lachte (Wundfläche) verbliebene, feste Harz mit einem Scharreisen ab. Mit einer Schürze aus festem Stoff, die der Pecher zwischen seinen Körpoer und den Stamm spannte, nahm er die herabfallenden Harzbrocken auf. Dieses Scharrharz wurde in stehende Fässer gestampft und ebenfalls dem Harzwerk zugeführt. In günstigen Lagen erntete ein Pecher rund 7000 kg Rohharz im Jahr. Ein Achtel davon entfiel dabei auf das Scharrharz, das die Qualität des Rinnharzes nicht erreichte.
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| Bestandteile des Harzes: | Nutzen des Harzes: | ||
| In den 60er- Jahren standen rund
2 Millionen Stämme in NÖ für
die Harzung zur Verfügung. Nur das gebirgige Gelände behinderte
die Bearbeitung. Das Harz – das „Blut des Baumes“ – ist ein Gemenge organischer Verbindungen aus Harzalkoholen, Harzestern, Harzssäuren und anderen Kohlenwasserstoffen. Den ätherischen Ölen verdankt es seinen aromatisch-würzigen Geruch. Das Harz wird in langen, dünnen Kanälen des Baumes gebildet. Um in den Besitz des Harzes zu kommen, wurde dem Stamm eine Wunde zugefügt (das Anpechen). Hierfür kamen nur Bäume mit mind. 30 cm Stammdurchmesser in Frage. |
Der durch Schmelzen und Seihen gereinigte, dickflüssige, honigfarbene Harzbalsam hatte seit Jahrhunderten Bedeutung in der Volksmedizin. Man verwendete ihn zur Bereitung von Salben und Pflastern für eiternde Wunden als Zugmittel und wegen der desinfizierenden Wirkung bei Entzündungen. Der Landwirt benützte das billige Harz als Wagenschmiere, Raupenleim und Baumwachs. |
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| Verwendung im Mittelalter: | Das Harz in der chemischen Industrie: | ||
Die Anfänge der Harzung liegen im Mittelalter. Verharzte Holzspäne, Kienspäne, erhellten flackernd und rußend die Wohnräume der Menschen. Die Angreifer einer Burg wurden oft mit einem Regen siedenden Peches empfangen. Auch brennende Pechfackeln und Pechpfeile fanden in den Kämpfen Verwendung. Aus Harz stellte man auch Salben und Heilmittel her. |
Der Großteil des Harzes wurde jedoch nach seiner Verarbeitung der chemischen Industrie zugeführt. In den Harzraffinerien zerlegte man das Rohharz zunächst durch Dampfdestillation in seine beiden Hauptbestandteile. Bis 200°C verdampfte das Terpentinöl. Als Rückstand verblieb das Kolophonium: 73% Kolophonium, 24% Terpentinöl, 3% Verunreinigungen. |
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| Harzungsmethoden: | Kolophonium: | ||
Die Harzungsmethoden sollten den Baum weitgehend schonen. Eine der ältesten Harzungsmethoden ist das Grandlverfahren. Es wurde durch das Röteln vorbereiten. Der Harzarbeiter (Pecher) entfernte mit einem Bügelschaber am unteren Stammende so viel von der Borke, dass dem Splint nur mehr eine dünne, rötlich gefärbte Rindenschicht auflag. Dann wurde mit dem Dexel, einer scharfen Hacke mit querliegender Schneide, eine waagerechte Wunde in das Splintholz geschlagen. |
Kolophonium ist eine amorphe, spröde Substanz von hellgelber bis fast schwarzer Färbung. Es diente u.a. zum Bestreichen des Geigenbogens und zur Reinigung geschlachteter Schweine. Es bildete die Ausgangsbasis für Harzleime der Papierindustrie, für Brauerpech und für Industriepeche aller Art. Modifiziertes Kolophonium ergab Kunstharz für die Lackindustrie. Die Harzöle eigneten sich für die Weiterverarbeitung zu Wagenfetten, Druckerfarben, Firnissen, Schmierölen, Karbolineum usw. |
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| Harzungsperiode: | Terpentinöl: | ||
Da der Harzstrom nach 36 – 48 Stunden versiegt, musste alle 4 – 7 Tage neuerlich gedexelt oder geplätzt werden. Am Ende der Harzungsperiode hat die Wundfläche, die Lachte, eine Länge von 30 – 40 cm. Der Harzbalsam wurde von 2 schräg in den Stamm gezogenen Scharten in das Sammelgefäß geleitet. Als solches diente ursprünglich eine Vertiefung, Grandl oder Schrott genannt. In den folgenden Jahren vergrößerte sich der Abstand zwischen der harzspendenden Wunde und dem Grandl am unteren Stammende. Die Fließstrecke des Harzes wurde länger, die Verdunstung des Terpentinöls nahm zu, die Qualität des Balsams ab. Ein Großteil des Harzes erstarrte am Stamm und musste abgescharrt werden (Scharrharz). |
Terpentinöl ist eine leicht flüchtige, farblose, brennbare Flüssigkeit von öliger Beschaffenheit. Es wurde von der Lack- und Schuhcremeindustrie als Lösungsmittel verwendet. Außerdem wurde es für veterinär- und humanmedizinische Zwecke (Einreibemittel, Inhalationsflüssigkeit) herangezogen.
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| Pechergewerbe: | |||
Am Ostsaum der Alpen gab das Pechergewerbe 1600 Familien Arbeit und Brot. Hart und entbehrungsreich war das Leben des Pechers. Dennoch liebte er seinen Beruf und verlieh seiner Daseinsfreude durch die vielen heiteren Pecherlieder Ausdruck. Er hatte zu seinen Bäumen eine besonders innige Beziehung. Der Pecher und die Schwarzföhre glichen einander in ihrer Genügsamkeit und Zähigkeit und beide standen auf vorgeschobenem Posten: Die Schwarzföhre im floristischen Sinn, der Pecher durch sein kraftzehrendes, nur mäßig entlohntes Tagwerk. |
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| © Robert Boczek Januar 2005 Volksschule Bad Vöslau |
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