zur Startseite
Bilder aus meinem Garten
Der Garten im März und April 2009
Am Beginn der Gartensaison freut man sich über jede Blüte, und sei sie auch noch so klein. In meinem Garten ist es das einheimische Leberblümchen, Hepatia nobilis, in verschiedensten Farbvarianten zwischen Weiß, Violett und Rosa, dessen kleine Blüten in günstigen Jahren schon im Februar auftauchen. Sie bringen die noch sonnigen Schattenbeete zum Leuchten und haben sich als sehr tolerant gegenüber sommerlicher Überwachsung durch anderen Stauden erwiesen.
Nicht nur die Blütenfarbe variiert, auch die Blütenform kann sehr unterschiedlich ausfallen. Um den kleinen Stauden beste Bedingungen zu bieten, habe ich ihnen eine Art Ministeingarten gebaut, den Hepaticahügel. Dort ist es im Frühling sonnig und im Sommer schattig und trocken. Gemulcht mit Häckselgut und halbverrottetem Buchenlaub gedeihen die robusten Frühlingsblüher völlig problemlos und zeigen sich bisher überaus wuchsfreudig.
Mein Frühlingsbeet im Halbschatten liegt bis Anfang April im Winterschlaf. Nur die Helleborus, Hepatica und einige Leucojum zeigen Farbe. Für das kommende Jahr plane ich zahlreiche Zwiebelpflanzen für diese Phase des Jahres ein. Dass es wirklich Frühling wird, merkt man aber Anfang April spätestens an den Grasfröschen und Erdkröten, die sich zu Dutzenden im Teich einfinden und einige Tage bleiben. Dann sind sie so schnell verschwunden, wie sie gekommen sind.

Dann aber geht es Schlag auf Schlag: Im Schattenbeet tauchen die Trilliums auf, die Forsythien blühen und in den Sommerstaudenbeeten schließen sich die vermeintlich leeren Flächen und Lücken im Beet zusehends. Heuer hatten wir bis Ende März kaltes und unfreundliches Wetter, ehe es ab der zweiten Aprilwoche rasch sehr warm - mehr als 20°C - wurde, wodurch die Verwandlung des Gartens ganz besonders rasch vor sich ging.

Ein fast schon chronisches Problem in meinem Garten ist der Mangel an Mulchmaterial für die vielen Schattenbeete. Daher bat ich die verwunderten Nachbarn um ihr Baumschnittgut, das mein Freund und ich dann mit dem Lastwagen holten und in zwei Tagen Arbeit in wunderbares Häckselgut verwandelten. Der rechte Haufen besteht aus Falllaub, das wir auf einer steilen Schafweide gerecht haben, weil das Laub aus dem eigenen Garten zuwenig gewesen wäre.
Ich mulche die Schattenbeete mit Häckselmaterial, Laub und Laubhumus mehrere Male im Jahr, meist nach Regenfällen, um die Feuchtigkeit des Bodens länger zu erhalten. Eine Verbesserung der Bodenstruktur tritt sehr rasch ein; schon nach einem Jahr mulchen konnte ich eine Verbesserung feststellen. In jenen Beeten, in denen ich seit mehr als drei Jahren mulche, ist der Boden nun hervorragend für Waldstauden geeignet und viele Stauden wachsen dort auch viel besser als an anderen Stellen im Garten. Zusätzlich zum Mulchen streue ich bis zu zweimal im Jahr Hornspäne in die Beete, um den Stickstoff, der durch die Verrottung des Mulchs verbraucht wird, wieder zuzuführen. Die beiden Bilder zeigen den Garten in einer kurzen Phase Anfang April, in der Gelb- und Rottöne vorherrschen.
Links oben sieht man das zweiteilige Blatt von Jeffersonia dubia, darunter das frische Blau von Omphalodes cappadocica 'Starry Eyes', einer dankbaren und mit der Zeit bodendeckenden Kleinstaude. Rechts die rosa Sorte von Lathyrus vernus, der Frühlingsplatterbse, einer viel zu selten gepflanzten, anspruchslosen Schattenstaude, die es auch in anderen Farbschlägen gibt. Ganz rechts Isopyrum thalictroides, das einheimische Muschelblümchen.

Am spannendsten sind im Frühling meine Schattenbeete. Das Frühlingsbeet mit seinen zahlreichen (und viel zu eng gepflanzten ;-)) Schattenstauden besticht mit Brunnerasorten, Epimedien, Helleborus, Pulmonarien, Primula, Lathyrus, Trillium, Buschwindröschen und zahlreichen anderen meiner Sammelobjekte. An anderer Stelle im Garten lugt verborgen unter einer Hecke der Hundszahn, Erythronium, hervor. Zusammen mit dem roten Epimedium x rubrum ergibt das eine interessante Kombination. Das Bild darunter zeigt Saruma henryi, eine leicht zu kultivierende Schattenstaude aus Asien, die einen ausgesprochen weichen, fast schon flauschigen Austrieb aufweist und deren dekorative, herzförmige Blätter sich auch das ganze restliche Jahr weich wie Hasenohren anfühlen. Zudem bekommt Saruma gelbe Blüten.

Epimedien gehören, wie schon öfters erwähnt, zu meinen Lieblingspflanzen. Sie blühen in einer relativ kurzen Zeitspanne von April bis Mai, danach zeigen die meisten Sorten grünes Laub, das auch das Verschwinden unter anderen Stauden gut toleriert. Links oben sieht man die Epimedium grandiflorum 'Chris Norton' und im Hintergrund eine wundervoll blasslila-weiße Lathyrussorte aus England ('Subtle Hints') sowie Geranium maculatum 'Espresso'. Darunter das bekannte und sehr robuste Epimedium x versicolor 'Sulphureum' in Kombination mit dunklen Helleboren, Vinca und einer austreibenden Hosta. Die selbe Epimediumsorte sieht man rechts mit einer weiß gefüllten Helleborus, auch hier wirkt die Kombination harmonisch und ruhig.
Durch Selbstaussaat hat sich Euphorbia polychroma gegen Ende April zu einer Art Leitstaude gemausert, deren feines dunkelgrünes Laub sich auch im Rest des Jahres gut einfügt. Kombiniert mit spitzen Formen wie Hemerocallis- oder Irislaub wirken die Blüten noch stärker. Weiße Tulpen vor Schattenbereichen werde ich in Zukunft noch öfter einsetzen, die Pflanzung heuer hat mich überzeugt. Rosa- und Purpurtöne vor Mamas Bauerngarten machen Lust auf bunte Sommerbeete.
Stellvertretend für die vielen Tiere, die in unserem Garten leben, steht die schwarze Heuschrecke. Rechts sieht man einmal mehr Lunaria rediviva, die einheimische Mondviole, die im Gegensatz zu Lunaria annua gemäß ihrem Namen sehr langlebig ist und zu großen Exemplaren heranwächst. Der Duft ist umwerfend, das Laub bleibt bis in den Herbst schön und wenn man sich vor Selbstaussaat nicht fürchtet, zieren die Samenstände den ganzen Winter hindurch den Garten.
zur Startseite