Kulturtipps zu Geranium
Standort, Schnitt und Vermehrung
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2) Schnitt

Geranium zurückzuschneiden ist generell kein Problem. Fast alle Arten und Sorten verkraften das problemlos. Unten sind in zwei Kategorien alle aufgelistet, bei denen ein Rückschnitt überlichweise Sinn macht und die, die man auf keinen Fall schneiden sollte, um sie nicht zu schwächen.

Wenn man Storchschnäbel zurückschneidet, sollte man auf das Wetter achten: Vor einer Hitzeperiode ist es wenig zu empfehlen, besser geeignet sind bedeckter Himmel oder regnerische Witterung. Nach dem Rückschnitt sollten die betroffenen Pflanzen gegossen und nach Möglichkeit mit etwas Kompost gedüngt werden. Dann treiben sie rasch wieder aus und füllen etwaige entstandene Lücken im Beet. Manche von ihnen bildern auch wieder neue Blüten.

Wichtig ist der Rückschnitt, wenn man die Versamung mancher Storchschnabelsorten verhindern möchte. Gerade bei G. x oxonianum, G. pratense, G. phaeum, G. psilostemon und anderen kann das, wenn man keine Sämlinge ziehen möchte, sinnvoll sein. Ich selbst schneide aus diesem Grund kaum Geranium zurück, bei kleinen Gärten oder genau abgestimmten Beeten ist es aber unerlässlich, da Geraniumsamen wegen dem Schleudermechanismus relativ weit von der Mutterpflanze entfernt auftauchen können.

Rückschnitt notwendig / möglich
asphodeloides macrorrhizum phaeum sylvaticum
clarkei x magnificum pratense versicolor
ibericum x oxonianum psilostemon

Das sind Arten, die, wenn sie nach nach der ersten Blüte unordentlich wirken, völlig zurückgeschnitten werden können und nach wenigen Wochen wieder voll belaubt sind, um im Sommer zum Teil erneut Blüten zu entwickeln. Gerade bei pratense, das leider öfters zu Mehltau neigt, sollte man mit einem radikalen Rückschnitt nicht zögern - die neuen - gesunden - Blätter erscheinen binnen ein, zwei Wochen. G. x oxonianum wirkt nachder Blüte im Juli oft sehr zerzaust oder fällt auseinander. Es blüht beinahe immer nach, wenn es zurückgeschnitten wird und treibt einen ordentlichen Blattbusch, der bis in den Herbst hinein gesund bleibt. Grundsätzlich kann man mit allen Geraniums, die nach der Blüte "müde" wirken, so verfahren (notwendig kann es vor allem bei pratense-verwandten Sorten wie 'Nimbus', 'Blue Cloud', 'Brookside' oder bei welchen mit psilostemon-Blut wie 'Patricia' werden).

Eine Sonderstellung nimmt nehmen hier nur G. macrorrhizum und G. x cantabrigiense ein. Es bildet, wenn es mehrere Jahre an einem Standort steht, verholzte Stängel. Diese können bedenkenlos gekürzt werden (in großen Anlagen geschieht das mit dem Rasenmäher!) und die Pflanzen treiben aus der Basis wieder neu aus. Diese Maßnahme ist aber nicht jedes Jahr notwendig.

Rückschnitt nicht notwendig / sinnvoll
cinereum dalmaticum renardii
Zusätzlich zu diesen drei Arten sind alle anderen Steingartenstorchschnäbel zu rechnen. Sie sind einfach zu schwachwüchsig, als dass sie einen Rückschnitt vertragen würden, ganz abgesehen davon, dass er bei deren kleinem Wuchs auch nicht notwendig ist. Durch den sonnigen Standort, den die Arten erfordern, könnte es zu Schädigungen der Pflanzen bekommen, wenn sie plötzlich ihre Blattmasse einbüßen müssten. Ähnlich verhält es sich mit Sorten, deren Elternteil eine der genannten Arten ist. Sollten diese Pflanzen also unordentlich wirken, sollte man sich mit dem Ausschneiden von welken Teilen begnügen.