Kulturtipps zu Geranium
Standort, Schnitt und Vermehrung
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1) Standort
Storchschnäbel gelten zurecht als sehr anspruchslose Stauden, die an beinahe jedem Standort gedeihen und blühen. Damit das auch wirklich stimmt, muss man aber genau überlegen, welche Art welchen Standort mag und auch im Stande ist, dort zu wachsen. Leider sehe ich oft Geranium sanguineum im Schatten oder Geranium macrorrhizum in der prallen Sonne - und höre die verärgerten Besitzer des Gartens, die meinen, mit einer Sorte Geranium sämtliche Problemstellen des Gartens bepflanzen zu können.

Hier sind zu einigen Problemstandorten jene Geraniumarten ausgewählt, die dort normalerweise gut zurechtkommen. Es gibt selbstverständlich eine viel größere Auswahl für jede dieser Situationen, diese Auflistung sollte aber nur kurz einen Überblick geben und helfen, bestimmte Arten an betreffenden Standorten gleich ausschließen zu können.

Die Buchstaben, die in der Klammer hinter den Pflanzennamen stehen, verweisen auf Feuchtigkeits- und Lichtbedürftnisse innerhalb der Kategorien. Es besteht allerdings immer eine gewisse Toleranzbreite, die bei sonnigen Standorten durch den Faktor Feuchtigkeit verstärkt und durch Trockenheit vermindert wird. Das heißt, dass Geranium (wie auch viele andere Stauden) sonnigere Plätze leichter ertragen, wenn der Boden stets frisch bleibt, bei Trockenheit hingegen viel rascher aufgeben. Mulchen rund um die Pflanzen kann die Situation jedoch deutlich verbessern!

f

frischer Boden

s schattig
n normaler Boden eh eher hell
so sonnig
t toleriert auch Trockenheit
Trockener Schatten: x cantabrigiense ( t / s - so ) nodosum ( n / eh )
macrorrhizum ( t / s - so )
Dieser Standort gehört zu den hartnäckigsten Problemzonen, die wir in unseren Gärten finden können. Die oben angeführten Geranium eignen sich auch nur dann, wenn noch Humus vorhanden und der Boden nicht komplett verdichtet ist. Unter immergrünen Hecken oder Koniferen werden auch die oben genannten Geranium keine Chance haben - einerseits wegen des Wurzeldrucks, andererseits wegen der Trockenheit.
G. renardii blüht nur in voller Sonne zuverlässig.
G. x cantabrigiense 'Harz' blüht weitgehend weiß.
'Brookside' kann zurückgeschnitten werden.
G. x oxonianums brauchen im Hochsommer oft einen Rückschnitt.
Halbschatten: aristatum ( t - n / eh ) maculatum ( f - n / s - eh )
x cantabrigiense ( t / s - so) x ox. 'Claridge Druce' ( n - t / s - so )
gracile ( n / eh - so ) phaeum ( f - n / s - eh )
himalayense ( f - n / eh - so) sylvaticum ( n / eh - so )
macrorrhizum ( f - t / s - so )
Die Definition dieser Beetsituation ist schwer. Halbschatten bezeichnet sowohl Beete, die nur den halben Tag Sonne erhalten als auch Beetteile, die durch andere, höhere Stauden oder Sträucher teilweise beschattet werden. Auch Stellen mitten in Beeten können halbschattig sein, sie müssen aber zumindest ein paar Stunden pro Tag Sonne erhalten, sonst ist es Schatten.
Feuchter Boden: palustre ( f - n / eh - so ) richardsonii ( f / sh - eh )
pratense ( f - n / eh - so)
Die Standortbezeichnung bezieht sich auf deutlich feuchteren Boden als in gewöhnlichen Beeten aber auch auf Stellen mit erhöhter Luftfeuchtigkeit wie an Teichen, entlang von Bachläufen oder anderen Stellen in der Nähe von Wasser.
Volle Sonne: x cantabrigiense ( n - t / s - so ) renardii ( t / so )
cinereum ( t / so ) sanguineum ( n - t / eh - so )
dalmaticum ( t / so ) tuberosum ( t / eh - so )
Geeignet sind auch Sorten mit renardii oder sanguineum- Anteil wie 'Khan', 'Little Gem', 'Stephanie', 'Tiny Monster', 'Terre Franch', 'Chantilly' und andere. Neben G. tuberosum wachsen an sonnigen, trockenen Stellen auch andere knollenbildende Arten wie G. malviflorum, G. pylzowianum, G. peloponnesiacum und andere. Wichtig ist für alle sonnenliebenden Geranium durchlässiger Boden!
G. maculatum 'Album' blüht schon Anfang Mai.

Die meisten anderen Geranium wachsen in sonnig bis halbschattiger Lage und gutem Boden am besten. Trocknet die Erde rasch aus oder sind sie während der Mittagszeit der vollen Sonne ausgesetzt, werden sie nicht so befriedigend wachsen wie in Beeten, wo sich die Pflanzen gegenseitig beschatten. Wirken die Pflanzen bei Hitze oder Mittags schlapp, kann auch mulchen mit halbverrottetem Kompost, Rasenschnitt oder Häcksel helfen. In unserem Garten werden Geranium nie gegossen und wachsen trotzdem zufriedenstellend.

Bei den Artprofilen ist meist angegeben, welchen Standort die jeweilige Art oder Sorte bevorzugt.