Kulturtipps zu Geranium
Standort, Schnitt und Vermehrung
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3) Vermehrung
Storchschnäbel sind sehr pflegeleichte Pflanze, sie lassen sich leicht teilen, aussäen und auch auf andere Arten vermehren, sodass man sie auf einfache Art und Weise im ganzen Garten ansiedeln oder Ableger verschenken kann. Es gibt jedoch auch einige Arten, bei denen es nicht ganz so leicht geht oder Methoden, die mehr Ableger versprechen als bloße Teilung. Diese Vermehrungsarten möchte ich Ihnen hier vorstellen.
Teilung / Risslingsvermehrung
Die meisten der gängigeren Arten und Sorten lassen sich ganz einfach durch Teilung vermehren. Dazu sticht man die Horste im Frühling entweder mit dem Spaten auseinander oder - wenn man möglichst viele Ableger haben möchte oder vorsichtiger sein will - man gräbt die ganze Pflanze aus, schüttelt die Erde ab und zieht die Wurzelballen auseinander. Diese Vorgehensweise wird auch als Risslingsvermehrung bezeichnet. Besonders gut funktioniert das mit G. x oxonianum, dies ist auch die beste Art zum Üben dieser Methode. Jeder einzelne Trieb wächst an, solange einige Wurzeln zu sehen sind. Man kann auch im Sommer oder Herbst vermehren, am besten aber im März oder April, wenn die Pflanzen auszutreiben beginnen. Diese Vermehrungsmethode funktioniert bei allen folgenden Arten (und anderen, die keine Pfahlwurzel bilden):
x cantabrigiense magnificum psilostemon
clarkei x oxonianum sylvaticum
himalayense phaeum versicolor
macrorrhizum pratense
Wenn man die neu gewonnen Teilpflanzen gut wässert, bilden sie zahlreiche neue Wurzeln und blühen meist schon im gleichen Jahr. Auch fast alle Hybriden mit obengenannten Elternpflanzen - 'Nimbus', 'Brookside', 'Orion', 'Patricia' und andere - können so vermehrt werden. Wer sichergehen möchte oder wie bei manchen G. x oxonianum-Sorten leider nicht anders möglich nur sehr kleine Teilstücke gewinnen kann, sollte die neuen Teilpflanzen topfen und bis zu einer gewissen Größe heranwachsen lassen, ehe sie ausgepflanzt werden. Die Ausfallsquote bei dieser Vermehrung ist, wenn sie im Frühjahr vorgenommen wird, sehr, sehr gering.
Aussaat

Eine weitere Möglichkeit, die gleich eine größere Anzahl an Pflanzen bringt, ist die Aussaat. Eine Schwierigkeit ist allerdings das Gewinnen der Samen, da Storchschnäbel ihre Samen wegschleudern. Wenn man von seinen eigenen Pflanzen Saat gewinnen möchte, ist es daher notwendig, die Pflanzen regelmässig zu kontrollieren, um den Zeitpunkt der Reife nicht zu verpassen. In der Literatur wird empfohlen, die Samenstände knapp vor der Reife abzuschneiden und in einen Papiersackerl nachreifen zu lassen. Die gewonnen Samen sollten dann kühl und dunkel lagern und sie im Frühjahr aussäen. Dazu nimmt man durchlässiges Substrat, streut die Samen aus und bedeckt sie dünn mit Erde oder einem Sand-Erde-Gemisch. Meistens keimen die Samen schon nach wenigen Wochen, manche brauchen aber auch viel länger. Daher sollte man die Aussaatgefäße lange genug stehen lassen! Mit den Pflanzen verfährt man dann wie mit anderen Sämlingen auch: Pikieren und erst ins Freiland pflanzen, wenn sie groß genug sind. In der Regel blühen Storchschnabel-Sämlinge im darauffolgenden Jahr.

Wenn man bestimmte Arten oder Sorten vermehren möchte, sollte man beachten, dass nur sehr wenige Geranium sortenreine Saat produzieren. Sobald mehrere verwandte Arten im Garten vorhanden sind, kreuzen sich diese untereinander. Für neugierige Menschen bietet die Aussaat ein spannendes Betätigungsfeld, denn auch wenn die Wahrscheinlichkeit, eine neue überragende Sorte zu finden ziemlich gering ist, so kann es doch spannend sein, eigene Sämlinge bis zu Blüte großzuziehen und dann mit Elternpflanzen zu vergleichen. Spannend sind hier Absaaten von G. x oxonianum und G. pratense (letzteres kreuzt sich munter mit G. collinum und clarkei), wobei meist auch ohne willentliche Aussaat Sämlinge zu finden sein werden. Ich pflanze sie stets alle auf, weil ich wissen möchte, wie sie blühen werden und oft Überraschungen dabei sind.
Geranium clarkei und Geranium collinum kreuzen sich im Garten untereinander,ebenso Geranium pratense und seine Sorten.
Triebstecklinge

Diese Methode eignet sich für Storchschnäbel, die sehr horstig bleiben und deren Triebe alle aus einer Pfahlwurzel kommen. Daher gibt es auch keine Einzeltriebe mit Wurzeln, die man wie bei der oben erklärten Methode abbrechen oder -schneiden könnte. 'Ann Folkard', 'Salomè', wallichianum, 'Dilys', 'Rozanne' und andere sind solche Geranium. Sie können nur mittels Triebstecklingen vermehrt werden. Dazu schneidet man im Frühling mit einem scharfen Messer neben dem Haupttrieb die jungen, wurzellosen Triebe ab und steckt sie in durchlässige Erde. Bei hoher Luftfeuchtigkeit bewurzeln die Triebe innerhalb weniger Wochen und wachsen dann meist rasch zu robusten Pflanzen heran. Allerdings ist diese Vermehrung weitaus schwieriger und langwieriger als die Teilung und hat leider auch mehr Ausfälle zur Folge; die meisten durch Verfaulen der Stecklinge.

Wurzelschnittlinge

Für sanguineum gibt es noch die Möglichkeit, über Wurzelschnittlinge zu vermehren. Dazu gräbt man eine ganze Pflanze aus, schüttelt die Erde ab und schneidet einige dickere Wurzeln ab (maximal zwei Drittel von allen, mehr nicht, sonst kann die Mutterpflanze nicht mehr weiterwachsen). Diese Wurzeln schneidet man mit einem scharfen Messer in etwa 5cm lange Teile, die mit dem oberen (pflanzennahen) Ende nach oben in durchlässiges, sandiges Substrat gesteckt werden (sie sollen gerade noch zu sehen sein). Nach einigen Wochen erscheinen dann kleine Blätter und rasch erscheinen Triebe. Dann sollte pikiert werden.