Kulturtipps zu Geranium
Standort, Schnitt und Vermehrung
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Storchschnäbel sind sehr problemlose Pflanzen. Wenn man von einigen wenigen Raritäten absieht, bedürfen sie alle keiner besonderen Pflege. Einmal standortgerecht (Punkt 1) gepflanzt, wachsen sie munter dahin, die einen schneller, die anderen langsamer. Man muss sie nicht zwingend zurückschneiden - welchen es jedoch nicht schadet, wird in Punkt 2 erklärt. Und nicht zuletzt kann man die meisten Geranium gut vermehren. Tipps dazu unter Punkt 3. Bei auftauchenden Fragen können Sie im Forum gerne einen neuen Beitrag beginnen.

1) Standort
Storchschnäbel gelten weithin als sehr anspruchslose Stauden, die an beinahe jedem Standort gedeihen und blühen. Damit das auch wirklich stimmt, muss man aber genau überlegen, welche Pflanze welchen Standort mag und auch im Stande ist, dort zu wachsen. Leider sehe ich oft G. sanguineum im Schatten oder G. macrorrhizum in der prallen Sonne - und höre die verärgerten Besitzer des Gartens, die meinen, mit einer Sorte Geranium sämtliche Problemstellen des Gartens bepflanzen zu können.
Hier sind zu einigen Problemstandorten jene Geraniumarten ausgewählt, die dort normalerweise gut zurechtkommen. Es gibt selbstverständlich eine viel größere Auswahl für jede dieser Situationen, aber ich habe absichtlich Pflanzen angeführt, die man leicht erhält und die zuverlässig und robust sind.
G. renardii blüht nur in voller Sonne zuverlässig.
 
Trockener Schatten: x cantabrigiense
macrorrhizum
nodosum
Schatten: himalayense
maculatum
phaeum
sylvaticum
Feuchter Boden: palustre
pratense
Volle Sonne: renardii
sanguineum
G. x cantabrigiense 'Harz' blüht weitgehend weiß.
Die meisten anderen Geranium wachsen in sonnig bis halbschattiger Lage und gutem Boden am besten. Trocknet die Erde rasch aus oder sind sie während der Mittagszeit der vollen Sonne ausgesetzt, werden sie nicht so befriedigend wachsen wie etwa im vorderen Teil eines Beetes, wo sich die Pflanzen gegenseitig beschatten. Bei den Artprofilen ist meist angegeben, welchen Standort diese Art oder Sorte bevorzugt.
G. maculatum 'Album' blüht schon Anfang Mai.
2) Schnitt
Einige Storchschnäbel benötigen keinen Rückschnitt, dazu gehören vor allem schwach wachsende Sorten, denen man eine Radikalverjüngung nicht zumuten sollte. Anders verhält es sich mit Folgenden:
ibericum macrorrhizum
x magnificum x oxonianum
pratense versicolor
Diese sind Stauden, die nach der ersten Blüte völlig zurückgeschnitten werden können und nach wenigen Wochen wieder voll belaubt sind, um im Sommer erneut Blüten zu entwickeln. Gerade bei pratense, das leider öfters zu Mehltau neigt, sollte man mit einem radikalen Rückschnitt nicht zögern - die neuen - gesunden - Blätter erscheinen binnen ein, zwei Wochen. G. x oxonianum blüht beinahe immer nach, ein Rückschnitt beschleunigt dieses Verhalten.
Bei macrorrhizum kann es nach einigen Jahren Standzeit vorkommen, dass die Triebe verholzen. Hier kann man ruhig in die älteren Teile hinunterschneiden - die Pflanze treibt zuverlässig wieder aus und wächst viel kompakter.
Bei vielen Geraniumarten sollte man die verwelkten Blütenstände rechtzeitig abschneiden, wenn man keine Sämlinge wünscht. Verwelkte Blätter kann man grundsätzlich immer entfernen und wenn bestimme Arten oder Sorten Mehltau bekommen oder auf andere Art nicht mehr zieren, so ist ein Rückschnitt immer möglich. Storchschnäbel sind sehr robust: Meist treiben sie rasch dicht nach.
Zuletzt sei noch gesagt, dass ich selbst kein einziges meiner Geranium zurückschneide. Sie blühten auch so nach und Sämlinge stören mich nicht.
G. ibericum hat auch eine schöne Herbstfärbung
G. x oxonianum 'Claridge Druce' blüht lange nach.
3) Vermehrung
Die meisten der gängigeren Arten und Sorten lassen sich ganz einfach durch Teilung vermehren. Dazu sticht man die Horste im Frühling entweder mit dem Spaten auseinander oder - wenn man möglichst viele Ableger haben möchte oder vorsichtiger sein will - man gräbt die ganze Pflanze aus, schüttelt die Erde ab und zieht die Wurzelballen auseinander. Diese Vorgehensweise wird auch als Risslingsvermehrung bezeichnet. Besonders gut funktioniert das mit G. x oxonianum, dies ist auch die beste Art zum Üben dieser Methode. Jeder einzelne Trieb wächst an, er muss nur ein paar Wurzeln dran haben. Man kann auch im Sommer oder Herbst vermehren, am besten aber im März oder April, wenn die Pflanzen auszutreiben beginnen. Diese Vermehrungsmethode funktioniert auch bei folgenden Arten:
x cantabrigiense clarkei
himalayense macrorrhizum
magnificum
x oxonianum
phaeum pratense
sanguineum sylvaticum
Im Grunde kann man alle Storchschnäbel auf diese Art vermehren, bis auf horstig wachsende Sorten mit Pfahlwurzel, wie etwa 'Ann Folkard', 'Salomè', wallichianum, 'Dilys', cinereum und andere. Diese können nur mittels Triebstecklingen vermehrt werden. Dazu schneidet man im Frühling mit einem scharfen Messer neben dem Haupttrieb die jungen, wurzellosen Triebe ab und steckt sie in durchlässige Erde. Bei hoher Luftfeuchtigkeit bewurzeln die Stecklinge innerhalb eines Monats und wachsen dann meist rasch zu robusten Pflanzen heran. Allerdings ist diese Vermehrung weitaus schwieriger und langwieriger als die einfach Teilung und hat leider auch mehr Ausfälle zur Folge.
Für sanguineum gibt es noch die Möglichkeit, über Wurzelschnittlinge zu vermehren. Dazu steckt man ca. 5cm große Stücke von dickeren, gesund aussehenden Wurzeln in durchlässige Erde. Man muss aufpassen, oben und unten nicht zu verwechseln. Nach ein bis zwei Monaten treiben die Wurzeln aus.
G. sylvaticum lässt sich leicht teilen, hier 'Dr. 'Tassilo Schütze'
G. sanguinueum var. striatum wird mit Wurzelschnitt-lingen vermehrt.
G. phaeum wird geteilt, hier 'Rose Madder'
Eine weitere Möglichkeit, die allerdings keine sicher vorherzusagenden Ergebnisse bringt, ist die Aussaat. Den Samen einzusammeln, ist gar nicht so einfach, da er bei Storchschnäbeln davongeschleudert wird. Regelmässiges Kontrollieren der Pflanzen ist notwendig.
Wenn man die Saat dann hat, kann man entweder sofort aussäen oder - was besser ist - im Frühling. Dazu nimmt man durchlässige Erde, streut die Samen aus und bedeckt sie dünn mit Erde oder einem Sand-Erde-Gemisch. Meistens keimen die Samen schon nach wenigen Wochen, manchmal brauchen sie auch länger: Nur nicht gleich die Geduld verlieren! Nachher wie bei anderen Pflanzen pikieren und erst ins Freiland pflanzen, wenn sie stark genug sind. Bis auf die einjährigen Arten blühen die meisten im folgenden Jahr.
Oft erlebt man Überraschungen, wenn die ersten Blüten erscheinen. Am interessantes sind hier Sämlinge von x oxonianum oder pratense.
G. x oxonianum wie 'Wargrave Pink' sind sehr einfach über Teilung zu vermehren.
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